“CHRISTI CHARAKTER” VERANSCHAULICHT!

AUSGEWÄHLTE BOTSCHAFTEN BAND 1: ELLEN WHITE

KAPITEL 32: DIE GERECHTIGKEIT CHRISTI IM GESETZ – SEITE 238 – 242:

“CHRISTI CHARAKTER” VERANSCHAULICHT!

AUSGEWÄHLTE BOTSCHAFTEN BAND 1: ELLEN WHITE

KAPITEL 32: DIE GERECHTIGKEIT CHRISTI IM GESETZ – SEITE 238 – 242:


Die größten Schwierigkeiten, die Paulus zu bewältigen hatte, entstanden durch den Einfluß der jüdischen Lehrer. Diese bereiteten ihm viel Unannehmlichkeiten, weil sie in der Gemeinde Korinth Streit verursachten. Immer wieder betonten sie die Bedeutung des Zeremonialgesetzes und stellten dies über das Evangelium Christi. Sie verurteilten Paulus, weil er diese Vorschriften den Neubekehrten nicht ans Herz legte. {AB1 238.1; 1SM.236.1}
Paulus schlug sie mit ihren eigenen Waffen.

Er sagte: „So aber das Amt, das durch die Buchstaben tötet und in die Steine gebildet war, Klarheit hatte, also daß die Kinder Israel nicht konnten ansehen das Angesicht Moses um der Klarheit willen seines Angesichtes, die doch aufhört, wie sollte nicht viel mehr das Amt, das den Geist gibt, Klarheit haben! Denn so das Amt, das die Verdammnis predigt, Klarheit hat, wie viel mehr hat das Amt, das die Gerechtigkeit predigt, überschwengliche Klarheit.“ 2.Korinther 3,7-9. {AB1 238.2; 1SM.236.2}

Für den Sünder ist das mit erhabener Herrlichkeit vom Sinai verkündigte Gesetz Gottes der Ausdruck der Verurteilung. Es ist Sache des Gesetzes zu verurteilen. Aber darin liegt keine Macht zur Vergebung oder Erlösung. Es ist zum Leben bestimmt. Wer sich nach den Geboten richtet, wird den Lohn des Gehorsams empfangen. Aber es bringt dem, der unter der Verurteilung bleibt, Knechtschaft und Tod. {AB1 238.3; 1SM.236.3}

Das Gesetz ist so heilig und herrlich, dass Mose, als er vom heiligen Berg zurückkehrte, wo er in der Gegenwart Gottes die Steintafeln empfangen hatte, mit einem solchen Glanz in seinem Gesicht erschien, daß das Volk seinen Anblick nicht ertragen konnte und er sein Gesicht mit einem Schleier bedecken mußte. {AB1 238.4; 1SM.237.1}

Der Glanz, der das Angesicht Moses erleuchtete, spiegelte die Gerechtigkeit Christi im Gesetz wider. Das Gesetz an sich hatte keine Herrlichkeit. Aber Christus wird darin versinnbildlicht. Es hat keine erlösende Kraft. Es ist ohne jeden Glanz und wird erst
dadurch, dass Christus darin dargestellt wird, voller Gerechtigkeit und Wahrheit. {AB1 238.5; 1SM.237.2} 

Christi Charakter veranschaulicht
Paulus hat weder das Zeremonial- noch das Sittengesetz so dargestellt, wie es Prediger in unserer Zeit zu tun wagen. Manche haben eine solche Abneigung gegen das Gesetz Gottes, dass sie keine Mühe scheuen, es öffentlich zu tadeln und zu verurteilen. Auf diese Weise verschmähen und verachten sie die Majestät und Herrlichkeit Gottes. {AB1 241.2; 1SM.239.3}

Das Sittengesetz war nie ein Symbol oder Schattenbild. Es bestand schon vor der Schöpfung des Menschen und wird in alle Ewigkeit bestehen bleiben. Gott konnte kein einziges Gebot seines Gesetzes ändern, um die Menschheit zu retten; denn das Gesetz ist das Fundament seiner Regierung. Es ist unveränderlich, unwandelbar, unermesslich und bleibt ewig bestehen. Damit die Menschheit gerettet und die Ehre des Gesetzes aufrechterhalten werden konnte, mußte sich der Sohn Gottes als Opfer für die Sünde hingeben. Er, der von keiner Sünde wusste, wurde für uns zur Sünde. Auf Golgatha starb er für uns. Sein Tod zeigt die wunderbare Liebe Gottes zu den Menschen und die Unveränderlichkeit seines Gesetzes.

In der Bergpredigt erklärt Christus: „Ihr sollt nicht wähnen, dass ich gekommen bin, das Gesetz und die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen. Denn ich sage euch wahrlich: Bis daß Himmel und Erde zergehe, wird nicht zergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüttel vom Gesetz, bis dass es alles geschehe.“ Matthäus 5,17.18. {AB1 241.3; 1SM.239.4} Christus trug den Fluch der Sünde und erlitt die Strafe. Er erreichte, daß der Mensch wieder in die Lage versetzt wurde, Gottes Gesetz zu halten und durch die Verdienste Christi angenommen zu werden. Durch sein Opfer wurde das Gesetz mit Herrlichkeit überdeckt. Dann wurde die Herrlichkeit von dem, was nicht beiseite getan werden wird — Gottes Gesetz der Zehn Gebote, der Maßstab der Gerechtigkeit — von allen deutlich erkannt, die den Abschluss dessen sahen, was abgeschafft wurde. „Nun aber spiegelt sich in uns allen des Herrn Klarheit mit aufgedecktem Angesicht, und wir werden verklärt in dasselbe Bild von einer Klarheit zu der andern, als vom Herrn, der der Geist ist.“ 2.Korinther 3,18.

Christus ist der Fürsprecher der Sünder. Wer sein Evangelium annimmt, der sieht ihn mit aufgedecktem Angesicht. Er sieht die Beziehung seiner Mission zum Gesetz, und er anerkennt Gottes Weisheit und Herrlichkeit, die durch den Erlöser offenbart wurde. Die Herrlichkeit Christi wird im Gesetz deutlich, das seinen Charakter veranschaulicht. Die Seele erfährt die umgestaltende Kraft, bis der Mensch in sein Ebenbild verwandelt wird. Er wird zum Teilhaber der göttlichen Natur und dem Erlöser immer ähnlicher. Schritt für Schritt schreitet er vorwärts in Übereinstimmung mit dem göttlichen Willen bis er die Vollkommenheit erreicht. {AB1 242.1; 1SM.240.2}


Gesetz und Evangelium stimmen vollkommen überein: Eins trägt das andere. In seiner ganzen Erhabenheit wirkt das Gesetz auf das Gewissen und läßt den Sünder erkennen, daß er der Versöhnung für die Sünde bedarf. Das Evangelium bestärkt die Macht und Unveränderlichkeit des Gesetzes. „Aber die Sünde erkannte ich nicht, außer durchs Gesetz“, erklärt Paulus. Römer 7,7.

Die Erkenntnis der Sünde, die durch das Gesetz deutlich vor Augen geführt wird, drängt den Sünder zum Heiland. In seiner Not kann der Mensch den machtvollen Beweis, der durch das Kreuz von Golgatha geschaffen wurde, vorbringen.

Er kann die Gerechtigkeit Christi für sich in Anspruch nehmen, denn sie wird jedem reuigen Sünder zuteil. Gott sagt: „Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.“ Johannes 6,37. „So wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, daß er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Untugend.“ 1.Johannes 1,9. {AB1 242.2; 1SM.240.4} 

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